Ist Erkrankung eines Besatzungsmitgliedes "höhere Gewalt"?

Entschädigung annulliert oder stark verspätet

Sollte ein Besatzungsmitglied erkranken und infolge dessen ein Flug annulliert oder stark verspätet werden, so ist die Frage nach einem „außergewöhnlichen Umstand“ umstritten. Natürlich versuchen die Luftverkehrsunternehmen daraus einen „außergewöhnlichen Umstand“ zu machen. Ihre Begründung: ein Ausfall eines Besatzungsmitgliedes ist nicht vorhersehbar und kann deswegen dem Fall „höhere Gewalt“ zugeordnet werden. Das LG Darmstadt hat im Urteil vom 06.04.2011 - 7 S 122/11 (RRa 2011, 290 = BeckRS 2011, 28874) aber so entschieden: „Es ist allein der betrieblichen Sphäre der Fluggesellschaft zuzurechnen, wenn ein bei ihr beschäftigter Mitarbeiter erkrankt und deshalb seine vorgesehenen Aufgaben nicht wahrnehmen kann. Die Erkrankung eines Crew-Mitgliedes ist daher kein „außergewöhnlicher Umstand“ und führt nicht nach Art. 5 Abs. 3 VO zum Wegfall der Leistungspflicht.“ (auch: AG Frankfurt, Urt. v. 20.05.2011- 245 /11 -16; AG Königs Wusterhausen, Urt. v. 01.06.2012 - 9 C 138/12, RRa 2013, 193; AG Rüsselsheim, Urt.v. 17.09.2010-3 C 598/10 (31), RRa2010,278; Woitkewitsch, MDR 2012, 193, 194; Bosch/Lorz, NZV2013, 105, 107).

Hervorragend

Rating star

Wir haben schon viele Fluggastrechtfälle für unsere Kunden erfolgreich durchgesetzt und sind mit 9.5 von 10 Stars bewertet basierend auf 248 Bewertungen.

TRUSTPILOT