Technisches Problem ≠„außergewöhnlicher Umstand“

Flug Entschädigung außergewöhnliche Umstände

Im Urteil vom 22.12.2008 (Rs. C-549/07 -Wallentin- Hermann./. Alitalia, Slg 20081-11061 = RRa 2009,35 ='VuR 2009, 225 = ZLW 2009, 295) hat der EuGH festgelegt, dass ein technisches Problem, das bei einem Flugzeug passiert und zur Annullierung eines Fluges führt, nicht gleich „außergewöhnlichen Umstand“ bedeutet.
Auch der BGH (vgl. Urt. v. 12.11.2009 -Xa ZR 76/07, RRa 2010, 34 = NJW 2010, 1070, Rn. 2; bestätigt im Urt. v. 21.08.2012 - X ZR 138/11, Rn, 16 ff., RRa 2012, 288, 290 und X ZR 146/11, unveröff.) teilt diese Meinung.
Deswegen werden nur solche Fälle als „außergewöhnliche Umstände“ anerkannt, die nicht Teil der normalen Ausübung der Tätigkeit des Luftfahrtunternehmens und von ihm tatsächlich nicht zu beherrschen sind (EuGH, a.a.O., Rn. 23 ff.; siehe dazu Bartlik, RRa 2009, 272; Schmid, RRa 2009,1).
So z.B. wenn der Hersteller von Flugzeugen des betroffenen Luftfahrtunternehmens entdeckt, dass die bereits benutzten Flugzeuge einen versteckten Fabrikationsfehler haben, der die Flugsicherheit mindert.